Berlinopen 2019

Die 3. Runde des Turniers begann mit einer seltsamen Überraschung. Bevor die Runde eröffnet wurde, meldeten sich Vertreter des Rathauses um der Turnierleitung mitzuteilen, dass ab sofort der Verkauf von Getränken an die Teilnehmer nicht mehr zulässig sei. Ursache dafür ist einer der über 100.000 Vorschriften in Deutschland, die inen Verkauf nur dann gestattet, wenn eine vorübergehende Gaststättenerlaubnis durch den Veranstalter vorliegt. Nicht nur, dass wir davon gar nichts wissen konnten, es ist auch relativ unklar, was das eigentlich ist und wo man solch eine Erlaubnis her bekommt. Die Mitarbeiter des Rathauses waren natürlich im Recht und so blieb uns nichts anderes, als hier Folge zu leisten. Um die Spieler nicht gänzlich "auf dem Trockenen sitzen zu lassen", entschloss sich die Turnierleitung kurzerhand, Wasser und Kaffe gegen das Becherpfand kostenlos an die Teilnehmer auszuschenken. Man lernt halt nie aus...

Zum Turnier selbst. Nachdem die ersten beiden Runden noch 48 Teilnehmer bescherten, die mit einem  100% Ergebnis da standen, war zu erwarten, dass sich so langsam mehr Remis Partien ergeben sollten und die Spitze insgesamt damit kleiner. Die beiden ersten Spieler von der Spitze, die es traf, waren die Großmeister Grzegorz Nasuta aus Polen und Rene Stern aus Berlin (gegen den Potsdamer Nachwuchsspieler Johannes Tschernatsch, siehe nebenstehendes Foto). 

Eric van den Doel, die niederländische Startnummer 2 des Turnieres, hatte mit seinem "Landsmann" Florian Jacobs aus ebenfalls mehr Mühe als gedacht. Nach einer Partie mit einer sehr komplexen Stellung löste sich alles mehr oder weniger in Wohlgefallen auf und man einigte sich schließlich auch hier auf ein Remis.

Die anderen Turnierfavoriten spielten sehr routiniert ihre Stärke gegen die teilweise doch deutlich niedriger gerateten Gegner aus. So war Matthias Blübaum an Brett 1 schon nach etwas mehr als zwei Stunden mit seiner Partie fertig, auch Ivan Salgado Lopez, Pier Luigi Basso und Jiri Stocek konnten relativ schnell gewinnen.

r31 

Für die Spieler unseres Vereins ist das Turnier bekannter Maßen sehr schwer und so konnten auch in dieser Runde nur einige einen Erfolg erziehlen. Detlef Just, bereits in der ersten Runde mit einem Großmeister im Duell, bekam in der dritten Runde erneut einen Großmeister zugelost. Seine Partie war sehr lange Zeit ausgeglichen, auch wenn sein Gegner rein optisch vielleicht einen Vorteil hatte. Als die Zeit sehr knapp wurde, entschloss sich Detlef, einen zuvor gegebenen Bauern, für den er aktives Figurenspiel bekam, wieder zurück zu gewinnen. Anstelle dieses Planes hätte er auf Dauerschach spielen können und in der nachgelagerten Analyse war nicht zu erkennen, wie der Großmeister dem hätte entkommen können - nicht einmal die Elektronen fanden einen Weg. Schade, aber trotzdem eine sehr gute Partie. Zudem steht Detlef nach der Runde zwar nur mit einem Punkt aus drei Partien da, allerdings bei einem Gegnerschnitt von ~2.400 Elo, was einer Performance von etwa 2.200 entspricht. Alle Achtung!
August Hohn konnte ein Remis gegen Erwin Weber erreichen, ebenso Thomas Karyah gegen Christian Timm und Dr. Karl-Heinz Hesselbarth gegen Julian Janoschka. Tom Kraft gewann sogar gegen den Spieler aus Hing Kong Kwan Ho Lee. Glückwunsch!