Partien

Eine recht besondere Partie konnte die Spieler unserer 2. Mannschaft am 01.12.2012 bei dem Auswärtskampf gegen die SVG Läufer Reinickendort beobachten. Am 8. Brett spielte Adam Hodzic (DWZ 1790) gegen "unseren" Detlef Just (1762). Es entwickelte sich gleich zu Beginn sehr überraschend:

1. h2-h4?! ...  Das ist zumindest eine Ansage. Mitunter hat man ähnliche Züge schon bei Top-Großmeistern mit Schwarz gesehen, aber mit weiß? Vorgänger in Datenbanken sind doch sehr selten. 1. ... e5-e5 2.g2-g4?! ... Das ist nun wirklich äußerts ungewöhnlich, den Elektronen nach soagr schon mit deutlichem Vorteil für Schwarz verbunden. Unklar, welche Idee Weiß hier hatte, aber das Ganze sieht doch etwas nach "schlechter stehen im Anzuge" aus. Man sehe das Diagramm.

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Und es gibt hier tatsächlich noch Vorläufer, man sehe die Partie von M. Pacher (2403) gegen Z. Hrachek (2624) aus dem Jahr 2011. Alle Partien außerhalb von Blitz endeten übrigens mit dem Ergebnis 0:1. Die nächsten Züge:

2. ... d7.d5 3. d2-d4 e5-e4 4. Lf1-h3 ... (ab hier gibt es nirgendwo mehr einen Vorläufer) 4. ... Le7 5. h4-h5 Sg8.f6 6. g4-g5 Sf6-d7 ... Interessant ist hier, dass auch Sf6xh5 möglich war, denn nach Lh3xc8 und Dd8xc8 kann der Springer wegen der Ideen mit Dc8-g4 gar nicht durch den Turm geschagen werden. 7. f2-f4 ... Hier beharren die Elektronen darauf, dass c2-c4 fast noch Ausgleich bedeutet. Aber egal wie - diese Stellung spielt wohl niemand mehr gern mit Weiß, oder? 7. ... h7-h6 8. g5xh6 ... Wenn hier die Idee von Weiß war, dass nach Th8xh6 und folgendem Th6xh5 mittels Lh3xd7+! den Turm abzuholen, so war das sehr einfach zu sehen. Deshalb: 8. ... Le7-h4+ Und schon ist der Plan obsolet, denn der Läufer versperrt den Weg zum Turm. 9. Ke1.f1 Th6xh6 10. c2-c4 ... Die einzige Chance noch: verwickeln. Inzwischen hat Schwarz klaren Vorteil, deshalb der Versuch der zweiten Front. 10. ... c7-c6 11. Sb1-c3 Th6xh5 12. Lh3-g4 Th5-h6! 13. c4xd5 Sd7-f6 14. Lg4xc8 Dd8xc8 15. d5xc6 Sb8xd6 -+ 16. d4-d5 Sc6-e7 

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Wie im Diagramm dargestellt, zeigt sich bereits hier der weitere Weg des Springers über das Feld. Am Ende der Partie wird er noch eine wesentliche Rolle spielen.

17. Sc3xe4 Sf6xe4 18. Dd1-a4x Ke8-f8 19. Da4xe4 Se7-f5 Droht elementar die Gabel auf g3. 20. De4-b4+ Kf8-g8 21. Th1-h3 Sf5-g3+ 22. Kf1-g2? ... Das beschleunigt nun den Untergang, aber auch 21. Th3xg3 Lh4xg3 22. Db4-c3 Dc8:c3 23. b2xc3 Ta8-c8 ist deutlich verloren. 22. ... Dc8-g4! Inzwischen war das Brett derart umlagert, dass Detlef, der kurz aufgestanden war, Probleme hatte, zurück an den Tsich zu gelangen. Es war klar, dass es nicht mehr darum ging, wer gewinnt, sondern nur, wie lange es bis zum matt dauern würde. Dame, Turm Läufer und Springer gegen einen recht verlassen wirkenden König kann nur zu einem schnellen Ende führen. 23. Kg2-h2 Sg3-f1+ 24. Kh2-h1 Lh4-f2 und Weiß hatte genug. Die Endstellung verdient noch ein Diagramm:

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Nicht nur, dass das Matt auf f1 droht, Sf3 scheitert an der an Txh3 und Matt. Ein schöne Partie von Detlef, wenn auch ein paar Fragezeichen ob des weißen Aufbaus bleiben.